Wirtschaftsdramaturgie umfasst die zielgerichtete und geplante Inszenierung/Gestaltung von kommunikativen Handlungen, denen eine klar definierbare kommunikative Absicht zugrunde liegt.
Innerhalb von Unternehmen oder großen Organisationen wird Wirtschaftsdramaturgie insbesondere dann zum Einsatz gebracht, wenn herkömmliche Formen der Kommunikation die zuvor definierte oder intendierte Folgeaktion/Reaktion nicht, oder nicht im gewünschten Ausmaß, hervorrufen.
Anwendungsfälle, die sich besonders für den Einsatz von Wirtschaftsdramaturgie eignen, ergeben sich zumeist aus Situationen mit hohem Konfliktpotential, stark gegenläufigen Interessen und/oder sehr komplexen, schwer vermittelbaren Zusammenhängen.
Durch die bewusste, methodische und systematische Gestaltung von Kommunikationsprozessen werden Mitarbeiter:innen und Stakeholder:innen in den Veränderungsprozess einbezogen und zu aktiven Teilnehmer:innen am Unternehmensgeschehen gemacht.
Der Erfolg von wirtschaftsdramaturgischen Maßnahmen wird dabei stets an der erzielten Wirkung der jeweiligen kommunikativen Handlung gemessen.
Position zum Zeitpunkt der Zusammenarbeit
Die Wirtschaftsdramaturgie wendet ein Methodenset an, das auf ausgewählten Methoden der Medien- und Filmdramaturgie sowie der Wahrnehmungspsychologie und Kommunikationswissenschaften basiert.
Im Laufe der Jahre wurde die Methodik kontinuierlich weiterentwickelt und eine Vielfalt von Formaten für spezifische Anwendungsfälle kreiert.
Die Bearbeitung der beiden Bereiche “Beziehung “ und “Beteiligung“ sind für die Wirtschaftsdramaturgie der entscheidende Hebel für die (Change-)Kommunikation, die Kommunikation im Change Management.
Erst dann kann “Sinn“ und “Bedeutung“ kommuniziert werden. Die Wirtschaftsdramaturgie nennt das „das magische Dreieck der (Change-)Kommunikation“. Alles ist darauf ausgerichtet, die Vertrauensbasis zwischen allen Beteiligten zu stärken.
Position zum Zeitpunkt der Zusammenarbeit
Die Idee hinter der Wirtschaftsdramaturgie entstand aus der Notwendigkeit, in Situationen mit hohem Konfliktpotenzial, stark gegensätzlichen Interessen oder komplexen Zusammenhängen effektive Kommunikationsstrategien und -maßnahmen zu entwickeln.
Theoretisch bezieht sich die Wirtschaftsdramaturgie u.a. auf Heinz von Foerster, Paul Watzlawick und Alfred Hitchcock. Deren Überlegungen zu Kommunikation, zu emotionaler Beteiligung und medialer Kommunikationsvermittlung sind das Fundament, auf dem Marc Miletich und Ip Wischin das Methodenset der Wirtschaftsdramaturgie entwickelten.
Position zum Zeitpunkt der Zusammenarbeit
Zur Methodik der Wirtschaftsdramaturgie gehört der Einsatz von Videos. Die sogenannten Bottom-up
Videos sollen u.a. die üblicherweise nicht sichtbaren Kommunikationskanäle (alle Arten der informellen Informationskanäle, „Flurfunk“ etc.) sichtbar machen.
Mit den dadurch sichtbar gemachten Inhalten könne weitergearbeitet werden. „Das Unsichtbare sichtbar machen“ hilft, wenn konventionelle Methoden an ihre Grenzen stoßen.
Position zum Zeitpunkt der Zusammenarbeit
Typische Anwendungsfelder der Wirtschaftsdramaturgie: Identifikation von Konfliktpotentialen, divergierenden Interessen oder Widerständen in Change- und Transformationsprozessen von Unternehmen, um sie zu visualisieren und kommunikativ überhaupt bearbeitbar zu machen.
Als Schnittstelle zwischen Organisationsentwicklung und Unternehmenskommunikation trägt die Wirtschaftsdramaturgie dazu bei, die unternehmensinterne Kommunikation zu verbessern und die Effektivität von Maßnahmen zur Veränderung und Entwicklung von Unternehmen zu steigern.